In eigener Sache I

 

 

Über einen längeren Zeitraum ist an diesem Orte nichts geschehen; eine verwaiste Stelle, eine ewige Ankündigung.

Die Gründe hierfür (sowie die jetzige Änderung dieses Zustandes) sind vielfältig, einige werde ich versuchen zu erläutern, andere, die mir nicht mehr relevant erscheinen, bleiben ausgeblendet oder lediglich am Rande angedeutet.

Die wohl auffälligste Wandlung, nicht nur den Blog sondern auch mittelfristig die gesamte Seite betreffend, wird eine umfassend-inhaltliche sein: fotografisch-gewerbliche Themen werden in den Hintergrund treten und Aspekte, die eher privater Natur sind, werden an deren Stelle treten. Da diese URL im Gegensatz zu meinen anderen Webseiten (hochzeitsfotograf-bremen.de, u.a.) alleine durch den Namen schon etwas ‚persönlicher‘ ist, erscheint mir dieses Vorgehen legitim.

Mit der Art und Weise sowie dem (Aus)Maß der hier geäusserten ‚Privatheit‘ muss ich mich selber noch auseinandersetzen, work in progress sozusagen, was nicht nur die Texte (Bilder?) als auch die dahinterliegende Haltung bzw. Sichtweise betrifft. Falls dies zu eventuell irritierenden Leseergebnissen führen sollte so bitte ich dieses zu entschuldigen. Ein Schwerpunkt aller Tagebücher bzw. Schriftformen, die an diese erinnern (Blogs können zu diesen gehören), ist ein gewisser selbsttherapeutischer Zweck, den ich auch hier nicht leugnen kann oder werde. Im Gegenteil, er ist höchst erwünscht.

Von aussen betrachtet sind sowohl die längere Zäsur als auch der Neuanfang hier im Blog klar abgegrenzte Ereignisse, die auf ebensolchen klar abgegrenzten Ursachen fußen; ich selber habe anfänglich, quasi von aussen auf mich schauend, dies so betrachtet, aber die Ereignisse sind wohl nicht so trennscharf abzugrenzen, wie es mir zunächst schien. Doch dazu später mehr.

Helen Levitt verstorben

Mit Bedauern habe ich der heutigen Tagespresse entnommen, dass die von mir hoch geschätzte Helen Levitt im Alter von 95 Jahren am vergangenen Wochende in New York verstorben ist.

Auch wenn Sie nicht zu meinen direkten fotografischen Einflüssen zählt, so stehen ihre Arbeiten und das Umfeld, in dem sie dieses Schaffen erlernt hat (v.a. Walker Evans und Cartier-Bresson), in starkem Bezug zu der von mir angestrebten Fotografie. Ungestellt, direkt, den Blick für das Detail, das Gespür für den Moment, beobachtend, schnell und unauffällig im Agieren – das ist Street- und Reportagefotografie, wie ich sie im Rahmen der Hochzeitsreportage verwirklicht sehen möchte. Auszüge aus ihrem Werk sind unter anderem hier zu sehen, einen netten kleinen Artikel über Helen Levitt  kann man hier lesen.

Vorbilder & Einflüsse (Prolog)

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„Wenn ich weiter sehen konnte, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Giganten stand.“ Sir Isaac Newton

Kürzlich stolperte ich zufällig im Feuilleton über dieses, wohl ursprünglich auf Bernhard von Chatres zurückgehende Zitat des englischen Universalgenies. Nicht dass ich mich auch nur im Ansatz mit diesem oder jenem vergleichen möchte, und wenn, dann nur insofern, dass auch ich mich als Zwerg auf den Schultern von Giganten sehe, weniger, dass ich weiter sehen könnte.

Kein Ausspruch scheint mir geeigneter zu sein, um auf die für Fotografen eminent wichtige und, aus meiner Sicht, unverzichtbare Auseinandersetzung mit der Geschichte der Fotografie und seinen „Giganten“ hinzuweisen. Es wird mir stets schleierhaft bleiben, warum manche Fotografen das Benennen, Auseinandersetzten oder Lernen von Vorbildern als überflüssig oder gar verwerflich empfinden; nicht selten wird sogar eine kritiklose Herangehensweise oder Idealisierung unterstellt, auch wenn diese Vorwürfe zumeist haltlos sind. Denn gerade der, der die Schultern des Riesen erklimmt, erreicht einen größeren Ausblick und damit eventuell auch bessere Kritikmöglichkeit; der Adept wird sich nicht wirklich auseinandersetzten und somit immer von unten aufschauen. Idealisierung steht somit einer wirklichen Auseinandersetzung diametral entgegen.

Der eigentliche Grund für diesen Blog-Eintrag wurde von einem sehr freundlichen und überaus talentierten Kollegen gelegt, der mich nach meinen Einflüssen fragte. Es fielen mir in kürzester Zeit so viele Namen und Strömungen ein, dass es mir unmöglich schien, alle zu benennen; aber nach ein paar Tagen zeigte sich, dass es unter all den Namen doch einige gibt, die für mich unbestreitbar größeren Einfluss als alle andere ausgeübt haben. In einer weiteren lockeren Folge (stellt das bloggen an sich nicht eine lockere Folge dar?) werde ich ein paar dieser Personen vorstellen. Was manchen eventuell irritieren mag: es werden nicht die üblichen Verdächtigen vorgestellt, die man bei jemandem, der sich der Hochzeitsfotografie verschrieben hat , zu vermuten wären. Wer hier etwas über Yervant, Buissink, Cantrell, Ascough oder Bell in Erfahrung bringen möchte, wird enttäuscht werden.  Nicht das ich deren Stellenwert auch nur im Geringsten unterschätze, aber hier geht es um tieferliegende Wurzeln, und ich bin mir sicher, dass auch die vorgenannten um eben diese wissen.

Eventuell beginne die nächsten Tage gleich mit einem der für mich wichtigsten Fotografen: Garry Winogrand (1928-1984).

 

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