In eigener Sache I

 

 

Über einen längeren Zeitraum ist an diesem Orte nichts geschehen; eine verwaiste Stelle, eine ewige Ankündigung.

Die Gründe hierfür (sowie die jetzige Änderung dieses Zustandes) sind vielfältig, einige werde ich versuchen zu erläutern, andere, die mir nicht mehr relevant erscheinen, bleiben ausgeblendet oder lediglich am Rande angedeutet.

Die wohl auffälligste Wandlung, nicht nur den Blog sondern auch mittelfristig die gesamte Seite betreffend, wird eine umfassend-inhaltliche sein: fotografisch-gewerbliche Themen werden in den Hintergrund treten und Aspekte, die eher privater Natur sind, werden an deren Stelle treten. Da diese URL im Gegensatz zu meinen anderen Webseiten (hochzeitsfotograf-bremen.de, u.a.) alleine durch den Namen schon etwas ‚persönlicher‘ ist, erscheint mir dieses Vorgehen legitim.

Mit der Art und Weise sowie dem (Aus)Maß der hier geäusserten ‚Privatheit‘ muss ich mich selber noch auseinandersetzen, work in progress sozusagen, was nicht nur die Texte (Bilder?) als auch die dahinterliegende Haltung bzw. Sichtweise betrifft. Falls dies zu eventuell irritierenden Leseergebnissen führen sollte so bitte ich dieses zu entschuldigen. Ein Schwerpunkt aller Tagebücher bzw. Schriftformen, die an diese erinnern (Blogs können zu diesen gehören), ist ein gewisser selbsttherapeutischer Zweck, den ich auch hier nicht leugnen kann oder werde. Im Gegenteil, er ist höchst erwünscht.

Von aussen betrachtet sind sowohl die längere Zäsur als auch der Neuanfang hier im Blog klar abgegrenzte Ereignisse, die auf ebensolchen klar abgegrenzten Ursachen fußen; ich selber habe anfänglich, quasi von aussen auf mich schauend, dies so betrachtet, aber die Ereignisse sind wohl nicht so trennscharf abzugrenzen, wie es mir zunächst schien. Doch dazu später mehr.

Tipps für das Brautpaar :)

Hin und wieder werde ich von Brautpaaren angesprochen, ob es irgendetwas gäbe, womit Sie die Bildergebnisse ihrer Hochzeitsreportage „positiv“ beeinflussen können oder es dem Fotografen einfacher machen können, exzellente Ergebnisse zu erzielen. Die kurze und meiner Meinung nach einzig richtige Antwort darauf lautet: „ja, indem Sie einen wundervollen Hochzeitstag begehen und sich nicht um den Fotografen kümmern“. Alles andere würde dem Prinzip einer Hochzeitsreportage widersprechen.

Was ich Ihnen aber an die Hand geben kann, ist eine kleine Liste, wie man es dem Fotografen erheblich schwerer machen kann, herausragende Bilder zu fabrizieren. Eine eher humoristische Sammlung, bei der es wohl keinen expliziten Hinweis auf die enthaltene Ironie geben muss.

  • Schon bei den Einladungen darauf achten, dass keine Kinder mit eingeladen werden. Kinder sind unfotogen. Das gleiche gilt für Hunde
  • Wann immer Sie den Fotografen sehen: direkt in die Kamera schauen und lächeln. Als hilfreich hat sich die Aussprache des Wortes „cheese“ erwiesen, das sorgt für besonders natürliche Bilder.
  • Sämtliche Vorbereitungen (Frisur, Make-Up, Ankleiden) sollten stets im kleinsten verfügbaren Raum vollzogen werde. Falls das nicht möglich ist, suchen sie sich den dunkelsten Raum hierfür aus.
  • Meiden Sie wenn möglich Fensterlicht. Damit haben schon Pieter de Hooch und Jan Vermeer im 17. Jahrhundert gearbeitet, das ist völlig aus der Mode.
  • Meiden Sie nicht nur Fenster, sondern auch Treppen, Türen, Durchgänge. Auch Spiegel sollten sie meiden. Falls Sie trotzdem in eine solche Situation kommen, bewegen Sie sich schnell fort! Versuchen Sie generell, sich an diesem Tag so schnell wie möglich zu bewegen.
  • Verbergen Sie alle Bekleidungsgegenstände wie Brautkleid, Anzug, Schuhe und alles, was mit Ihrer Hochzeit in Verbindung gebracht werden könnte, so lange wie möglich vor dem Fotografen.
  • Das Ankleiden selbst sollte in kürzester Zeit und möglichst knapp vor der Trauung von statten gehen . Ein wenig Stress vor der Trauung wirkt äusserst belebend.
  • Verzichten Sie auf einen Schleier. Schleier sind unfotogen.
  • Paarfotos sollten grundsätzlich in gleissendem Mittagslicht gemacht werden, am Besten zwischen 11:00 und 15:00. Bestehen Sie darauf, in der Sonne zu stehen, am Besten mit Blick genau ins Sonnenlicht.
  • Fahren Sie schnell zur Kirche! Der Fotograf wird gewagte Überholmanöver durchführen, um vor Ihnen an der Kirche zu sein und Ihre Ankunft fotografieren zu können. Verwehren Sie ihm diese Freude nicht.
  • Gehen Sie schnell zum Altar! Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Würdevolles Schreiten ist völlig unangebracht.
  • Bitten Sie eindringlich alle in der Kirche anwesenden Gäste, während der Zeremonie zu fotografieren. Die Entfernungsmesser vieler Digitalkameras zaubern interessante Infrarot-Kreuze auf Ihr Gesicht und Kleidung. Gegebenenfalls noch darauf hinweisen, dass alle Kameras diese lustigen Pieptöne von sich geben. Pastoren mögen so etwas.
  • Versuchen Sie, so gut wie möglich Emotion zu verbergen. Gefühle an einem solchen Tag zu zeigen ist unschicklich.
  • Vermeiden Sie unbedingt, sich in den letzten Stunden vor Sonnenuntergang draussen im Tageslicht aufzuhalten. Erst nachdem die Sonne komplett untergegangen ist, können Sie wieder nach draussen. Tipp: Legen Sie den Zeitpunkt für das Essen so, dass es genau in die letzten zwei Stunden des Tageslichts fällt.
  • Vermeiden Sie neben dem natürlichen Licht auch Kerzenlicht. Richtig modern wirkt Neonlicht oder, noch besser, moderne Energiesparlampen. Am Besten wirkt die Kombination von beiden.
  • Halten Sie sich stets entfernt von Ihrem Partner, den Sie frisch geehelicht haben. Es sollten immer mindestens zehn Meter zwischen dem Paar sein. Sie werden sich im weiteren Leben noch häufig genug nahe sein.
  • Tanzen Sie nicht zuviel. Abends ist der beste Zeitpunkt, sich ein paar Stunden ausführlich mit Ihrer besten Freundin zu unterhalten, möglichst weit ab von der Gesellschaft.
  • Falls Sie dennoch viel tanzen möchten: zwingen Sie alle anderen Gäste ebenfalls zu tanzen. Lassen Sie keine Ausreden wie Unlust, körperliche Versehrtheit oder Altersgründe zu. Erst einmal zu ihrem Glück gezwungen, werden Ihre Gäste sehr fotogene Gesichtsausdrücke haben.
  • Das gleiche gilt für Gäste die sich locker im Aussenbereich aufhalten. Lassen Sie so etwas nicht durchgehen. Zwingen Sie die Gäste zu ihrem Glück, notfalls mit Spielen.
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Maria & Roman

Hier nun, wie angekündigt, ein paar weitere Bilder der Bridal-Session mit Maria und Roman!













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Umbruch

Hochzeitsfotografie ist Saisongeschäft – zumindest in unseren Breitengraden. Über die Jahre gewöhnt man sich an die Gezeiten der Arbeitsabläufe und lebt mit den Jahreszeiten. Frühjahr, Sommer, Herbst bedeutet: fotografieren, reisen, nicht enden wollende post production. Ab November dann fast nur noch post production, die letzten Alben erstellen, Rechnungen schreiben, hier und da noch einen kleineres Event fotografieren. Mit den abnehmenden Aussentemperaturen wird es dann zunehmend ruhiger, zumindest, was die Reisetätigkeit angeht. Es folgt das Abarbeiten von all dem, wozu es in der Saison keine Zeit gab, die ach so geliebte Buchhaltung wäre da an erster Stelle zu nennen. Ist auch das erledigt, kommt es zu einer kleinen Ruhepause, die natürlich nicht ungenutzt bleibt. Der Blick fällt zunehmend auf das benutzte Equipment, die kleinen und großen Dinge, auf die man sich während des Jobs verlassen können muss und fragt sich: „gibt es Optimierungsbedarf?“

Natürlich. Ständig.

Während der Saison achte ich tunlichst darauf, mein Set-Up so wenig wie möglich zu ändern. Never change a running system.

 

Nach der Saison allerdings wird jedes einzelne Bestandteil meines Equipments auf den Prüfstand gestellt, eventuell verändert, ausgetauscht, modifiziert. Das passiert bei mir jeden Winter und in jedem Frühjahr geht es mit all den Veränderungen wieder an die Front. Allerdings gibt es Jahre, in denen sich mehr als üblich ändert, und das ist in diesem Jahr bei mir der Fall.

Bis dato habe ich ausschliesslich mit einer Kamera gearbeitet, die zweite verblieb als Back-Up in meiner Fototasche. Das hatte diverse Vor- und Nachteile…

Pro:

  • Beweglichkeit. Speziell in den Fällen, wo man die Kameratasche absetzen kann (Vorbereitungen im Haus oder im Hotel, Sektempfang, Party) ist man mit mit lediglich einer Kamera beweglicher, schneller, unauffälliger, man benötigt keinen Kameragurt.
  • Simplizität. Es braucht nur auf eine Kamera geachtet zu werden (Batteriezustand, freier Platz auf der Speicherkarte, Einstellungen der Kamera)
  • Man lernt, mit ein zwei Objektiven auszukommen und wird verflucht schnell beim Objektivwechsel…

Dem stehe allerdings auch ein paar Nachteile gegenüber.

Contra

  • Beschränkung auf  zwei Objektive wenn die Tasche nicht am Mann respektive Frau ist.
  • Wechsel der Objektive on the fly, es gibt eine kleine Auszeit in der nicht fotografiert werden kann.
  • Wechsel von Speicherkarten und Batterien ziehen ebenfalls eine kleine Auszeit nach sich.
  • Wechsel von Einstellungen an der Kamera ziehen ebenfalls kleine Auszeiten nach sich.

Insgesamt überwiegen für mich die Nachteile und deshalb habe ich mich entschlossen, in der folgenden Saison mit zwei Kameras parallel zu arbeiten. Nähers zum geplanten Set-Up für 2009 folgt in den nächsten Tagen

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