Set-Up 2009

Nach längerem Hin und Her steht nun das technische Set-Up für die kommende Saison. Zumindest in der Planung, einige Investitionen werden noch bis in die Mitte des Jahres hinziehen, da sowohl Vater Staat als auch diverse andere Institutionen noch ihr Scherflein von mir haben möchten.

Ziel meines neuen Set-Up ist die maximale Flexibilität unter folgenden Gesichtspunkten: Lichtstärke, optische Abbildungsqualität, Brennweitenbereich, Schnelligkeit, Platzbedarf, Unauffälligkeit. Gerade die beiden letzten Aspekte stellen für mich einen wichtigen Schlüssel zu einer erfolgreichen Reportage dar. Selbstverständlich können mit einer Canon 1D/1Ds und einem 70-200mm hervorragende optische Ergebnisse erzielt werden, aber diese Kombination ist zu schwer, zu gross und, vor allem, alles andere als unauffällig. Wer jemals so einen Trumm auf ein Kind gerichtet hat, weiss: das macht den Kleinen eher Angst. Diese Kombination kann man auch nicht unter dem Sakko kaschieren, was mit einer 5D schon eher möglich ist.

Kameras:

  • Canon 5D #1
  • Canon 5D #2

Ich habe lange mit mir gerungen, verspüre jedoch großen Unwillen mich zu diesem relativ frühen Zeitpunkt schon auf das Nachfolgemodell 5D Mark II einzulassen. Die Black-Dot-Problematik, hinlänglich in diversen Online-Foren beschrieben, scheint zwar mit dem aktuellen Firmware-Release ausgeräumt zu sein, aber ich bin mir sicher, das weitere Kinderkrankheiten folgen werden. Am Ende der Saison werde ich das Upgrade vollziehen, bis dahin bleibe ich bei meinen bewährten 5D Mark I. Die Canon 1er bleiben für mich trotz ihrer unbestrittenen Vorteile (Schnelligkeit, AF, redundante Kartenschächte) aufgrund von Größe und Gewicht keine Option.

Objektive:

  • 14mm 2.8L MKII
  • 35mm 1.4L
  • 85mm 1.2L MKII
  • 135mm 2.0L

dazu soll ein 1.4x Extender kommen, um den Bereich bis 200mm abzudecken.

Weiterhin geplant:

  • 90mm 2.8 TS-E für Portrait (Scheimpflug!) sowie mit Tuben für Details (Ringe z.B.) und
  • 15mm 2.8 Fischauge für die große Welle

Am Ende des Jahres werde ich dann meine Objektive hoffentlich komplett auf Festbrennweiten umgestellt haben. Aus dem aktuellen Set-Up fallen damit folgende Objektive:

  • 17-40mm 4.0L

Auch wenn es nur eine Blendenstufe Unterschied zum 14mm 2.8L macht, die kann jedoch entscheidend sein. Zunächst war das 16-35mm 2.8L MKII angedacht, wegen seiner Grösse vor allem mit aufgesetzter Gegenlichtblende jedoch wieder verworfen.

  • 50mm 1.4

Eine meiner ältesten Linsen, gute Ergebnisse ab f2.8, darunter eher mediokre bis schwammige Ergebnisse. Wird durch die Kombination 35/85 ersetzt.

  • 70-200mm 4.0L

Zu gross, zu auffällig (weiss!), fehlende Lichtstärke. Wird durch 85/135/189 ersetzt.

Ich bemerke zunehmend, dass ich auf das 200mm 2.0L schiele, jedoch verbietet jedwede korrekte kaufmännische Sicht sich auch nur ansatzweise mit einem Erwerb desselbigen zu befassen. Zudem wäre dieses Objektiv lediglich für Portraitaufnahmen oder in der Kirche aus rückwärtiger Position einzusetzen – eindeutig zu wenig um die über € 5000,- zu rechtfertigen. Aber vielleicht nimmt lensavenue das Objektiv ja zukünftig in ihr Programm auf, dann könnte man es sich bei Bedarf mal ausleihen …

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Umbruch

Hochzeitsfotografie ist Saisongeschäft – zumindest in unseren Breitengraden. Über die Jahre gewöhnt man sich an die Gezeiten der Arbeitsabläufe und lebt mit den Jahreszeiten. Frühjahr, Sommer, Herbst bedeutet: fotografieren, reisen, nicht enden wollende post production. Ab November dann fast nur noch post production, die letzten Alben erstellen, Rechnungen schreiben, hier und da noch einen kleineres Event fotografieren. Mit den abnehmenden Aussentemperaturen wird es dann zunehmend ruhiger, zumindest, was die Reisetätigkeit angeht. Es folgt das Abarbeiten von all dem, wozu es in der Saison keine Zeit gab, die ach so geliebte Buchhaltung wäre da an erster Stelle zu nennen. Ist auch das erledigt, kommt es zu einer kleinen Ruhepause, die natürlich nicht ungenutzt bleibt. Der Blick fällt zunehmend auf das benutzte Equipment, die kleinen und großen Dinge, auf die man sich während des Jobs verlassen können muss und fragt sich: „gibt es Optimierungsbedarf?“

Natürlich. Ständig.

Während der Saison achte ich tunlichst darauf, mein Set-Up so wenig wie möglich zu ändern. Never change a running system.

 

Nach der Saison allerdings wird jedes einzelne Bestandteil meines Equipments auf den Prüfstand gestellt, eventuell verändert, ausgetauscht, modifiziert. Das passiert bei mir jeden Winter und in jedem Frühjahr geht es mit all den Veränderungen wieder an die Front. Allerdings gibt es Jahre, in denen sich mehr als üblich ändert, und das ist in diesem Jahr bei mir der Fall.

Bis dato habe ich ausschliesslich mit einer Kamera gearbeitet, die zweite verblieb als Back-Up in meiner Fototasche. Das hatte diverse Vor- und Nachteile…

Pro:

  • Beweglichkeit. Speziell in den Fällen, wo man die Kameratasche absetzen kann (Vorbereitungen im Haus oder im Hotel, Sektempfang, Party) ist man mit mit lediglich einer Kamera beweglicher, schneller, unauffälliger, man benötigt keinen Kameragurt.
  • Simplizität. Es braucht nur auf eine Kamera geachtet zu werden (Batteriezustand, freier Platz auf der Speicherkarte, Einstellungen der Kamera)
  • Man lernt, mit ein zwei Objektiven auszukommen und wird verflucht schnell beim Objektivwechsel…

Dem stehe allerdings auch ein paar Nachteile gegenüber.

Contra

  • Beschränkung auf  zwei Objektive wenn die Tasche nicht am Mann respektive Frau ist.
  • Wechsel der Objektive on the fly, es gibt eine kleine Auszeit in der nicht fotografiert werden kann.
  • Wechsel von Speicherkarten und Batterien ziehen ebenfalls eine kleine Auszeit nach sich.
  • Wechsel von Einstellungen an der Kamera ziehen ebenfalls kleine Auszeiten nach sich.

Insgesamt überwiegen für mich die Nachteile und deshalb habe ich mich entschlossen, in der folgenden Saison mit zwei Kameras parallel zu arbeiten. Nähers zum geplanten Set-Up für 2009 folgt in den nächsten Tagen

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